2019
Die gspalteni Gsellschaft
Stamm
Laterne
Beatrix Elliker
Zeedel
S het scho dr Franz, dä vo Assisi,
gsait, d Wält syg ganz en eländ myysi,
e Gsellschaft, wo nit wyter dänggt
und s Mittelmaas im Stryt versänggt.
S syg ohni Gwissensbiss verschisse,
s wurd jede Kompromiss verrisse.
Konfrontation statt Dialog,
worum? Das syg e glatti Froog.
Sich sälber gärn ha, syg modärn,
au d Näggschteliebi, in so färn
als zerscht dr Näggscht miess Kohle ryybe,
wenn nit, kenn dä aim gstohle blyybe.
Es isch sithär vyyl Zyt vergange,
doch muess me laider wyter blange,
bis me sich ohni Stress verstoht
und s Mitenander besser goht.
Eb aber das je so wyt kunnt,
isch frooglig, denn s lauft gar nyt rund
uf dääre Wält, es sueche Länder
no frischem Gäld und s flueche d Spänder.
Es sin in Brissel d EU-Fritze
mit jedem Daag wie meh am schwitze.
Me firchtet, d Brite meege nimme,
au nit, wenn vyyl dergeege stimme.
Doch das stinggt dr Verwaltig gwaltig,
denn d Gfohr isch, dass die kalti Spaltig
Schuel macht und die meh Länder hän,
wo spalte, anstatt spände wänn.
Me muess au, s isch kai Witz, erwähne,
dr EU-Vorsitz hän d Rumääne,
zmitts in dr haisse Brexit-Zyt,
do kunnt me z Brissel glaub nit wyt,
wel s halt, me schnallt die Haltig nit,
z Rumänie au e Spaltig git.
So Spaltversiech git s vyyl, persee,
doch macht s zem Dail zem Hyyle weh,
wie die Idee wo d Katalane
gha hän, wie men e Staat ka blaane,
in däm me frei ka schalt- und walte,
doch d Spanier hän mit Gwalt die bhalte.
Was d Russe mit dr Krim aastelle,
das haig schyynt s d Krim scho immer welle.
Das z bhaupte isch kai smarti Haltig,
denn s Ganzen isch e harti Spaltig
und schlimm, denn Krim isch halt e Gmisch,
wo in sich sälber gspalten isch.
Das fiehrt nur zem Verdruss am Schluss,
doch s git kai zrugg, dr Schuss isch duss.
S basst ze dr Zyt, doch nei isch s nit,
wenn s zwai Extrem-Parteie git,
wo sage, wär, wo, wenn yystoht,
sin Drittparteie denn glyy doot.
Die zwai Extreme spalte s Land,
das isch so und scho altbikannt
in Ängland und in Franggryych au,
z Amerika sin si glyych schlau.
Dr Preesi isch kai tolle Maa,
är wirggt wie d Pescht und d Cholera
und isch, was deert vyyl Gleen nit frait,
e gspalteni Perseenligkait.
E Spalt git s au im Schwoobeland,
die hän zwor hit no d Oberhand,
doch denn git s nur no, mit dr Zyt,
linggs rächts und in dr Mitti nyt.
Doch waiss me wien e Spaltig goht
und was denn dr Verwaltig droht.
Wie halte mir s denn mit em Spalte?
Mir hän is bishär nit enthalte,
frieh gmerggt und is mit Stolz dra ghalte,
dass me nit numme Holz ka spalte.
S hän vor dr Schlacht die alte Gnosse
en Aid abglegt und s Spalte gnosse
vom Find sym Schädel samt em Ross,
me het si denn verdammt im Schloss
vo Habsburg, me isch halt verruggt,
denn d Schwyz isch frei, als Spaltproduggt.
Abgspalte vo däm Kaiserryych,
es isch mit vorhäär kai Verglyych.
Mir hän de Find, wo blind verdraue
uff ihri Macht, dr Grind verhaue.
Mit Gschigg hän mir d Verwaltig glänggt
und schnäll nimm an die Spaltig dänggt,
doch s Wältbild isch uns halt denn glyy,
diräggt am Fudispalt verbyy.
Vyyl speeter isch s mit Gwalt denn do
in Basel ze dr Spaltig ko
zwische dr Landschaft und dr Stadt.
D Stadt findet das im Grund nit glatt
und grass, dass aim d Rambasse hasse.
Me maint zerscht glasse, d Masse gspasse,
doch die, in ihrem ganze Groll,
git druff dr Stadt dr Ranze voll.
S zieht uff dr Hilfteschanz ganz glyy
drum Stadt au ihre Schwanz denn yy.
Sit deert, me het s bis hit so ghalte,
blybt Basel Stadt und Land no gspalte.
Vor vierzig Johr, im Jura hinde,
fyyrt, wel men e Kanton ka grinde,
vo Dälsbärg bis Pruntrut e Masse
vo Lyt, wo Bärn partout dien hasse.
Die Spaltig goht nit ohni Mais,
wel men am Aafang noonig waiss,
eb die Separatischte strande,
villicht au in dr Kischte lande.
Dä nei Stand wird mit Grämpf gebore,
dr Sänf isch, Bärn het d Kämpf verloore.
Eb s scheener isch und s Nei e Hit,
das sait men um s Verheie nit.
Vo Bärn abgspalten isch hit au
s ganz Laufedaal, nur waisch nit gnau,
eb die deert gmaint hän, das isch toll,
denn z Lieschtel syg jo d Kasse voll.
D Kanteen stehn im Momänt so stramm
und hän kai Spaltig im Brogramm.
Doch d Gsellschaft drifftet usenand,
dä Trend vergiftet s ganze Land.
Dr Mittelstand isch nimme wichtig,
sin nur extremi Stimme richtig.
So au im Bundeshuus in Bärn,
isch Ainigkait zem Gruuse färn.
Statt Konkordanz, Null-Toleranz
und Ignoranz statt Akzeptanz.
Statt Allianz nur Diskrepanz
und Dissonanz statt Resonanz.
Das Ganze nur en Affedanz,
z vyyl Fiirlifanz mit schlaffem Glanz.
Ai Syte strittet wie d Hyääne.
Die uff dr andre Syten ääne
hän sich denn wie d Condore gschwoore,
dass si sich trotz dr Gfohr verbohre
in s glyychen Opfer wie d Hyääne,
doch das deert ääne nie erwähne,
wel Baidi s glyyche Rysse hän
und d Helvetia verbysse wänn.
In unserer biriemte Drummel- und Pfyfferschuel leere d Buebe und Maitli mit Begaischterig und Fraid. D Uusbildig zem aagfrässene Fasnächtler isch e wichtige Dail vom Leerplan. Bi uns verkimmeret kai Talänt, nit numme bim drummlen und pfyffe!
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