2016
Danggscheen, Ruedi! / Worum e Sujet?
Jungi Garde
Richtiges Sujet “Danggscheen, Ruedi” war eine Überraschung für die Mitglieder und wurde erst an der Fasnachtssitzung bekannt.
Danggscheen, Ruedi!
Zeedel
Zeedel 1, Danggscheen, Ruedi!
Lauft am Cortège e Jungi Garde, denne
längt’s nit, wenn die drummlen und pfyffe kenne,
denn die mache nur e gueti Falle
mit Larve und Goschdym, wo dien gfalle,
wo originell sinn und zem Sujet basse
und sich abheebe dien vo dr braite Masse.
Das haisst, es bruucht im Hintergrund
Lyt, wo krampfe, e mänggi Stund,
wo im Dienscht vo dr Clique Joor fir Joor
e tolle Zug kreiere dien, und zwoor
ain, wo me lobend zer Kenntnis nimmt,
wil alles basst und jedes Detail stimmt.
So hänn mir die Junge vo dr VauKaBe
und d Binggis syt Joore derfe seh,
und meegligg gmacht het’s vor allem ain:
s isch dr Ruedi Bossert, won y main,
bekannt au als RuBo, so het är amme
sich gnennt ka mit sym Kinschtlernamme.
Dutzendi vo Sujets het är gstaltet,
het im Käller unde gschaltet und gwaltet,
het sich um alles kimmeret bis ins Extrem,
e Leesig immer gfunde fir jedes Problem,
het us jedem Sujet fir d Binggis und die Junge
s Bescht welle mache, und das isch ihm au glunge,
so ass es im Grund gno nur logisch isch,
ass dr Ruedi mol sälber s Sujet isch.
Nadyyrlig goht im ene Larvekäller
dangg de Hälfer e mänggs vyyl schnäller.
So het au dr Ruedi, wenn immer är het welle,
uf syni treue Ghilfe kenne zelle;
die het är, zem d Arbet organisiere,
per Marschbefähl uffbotte zem Kaschiere:
„Sag alles ab, loss alles stoh,
morn am Nüüni muesch in Käller ko,
mir bruuche dringend jeede Maa,
ych rier scho mol dr Klaischter aa,
und, fascht hätt y s vergässe, y bitt,
bring us em Migros no drey Wääije mit,
denn iber Mittaag blybsch graad au.
Also, bis morn, und e liebe Gruess an d Frau!“.
Sinn denn pingtligg alli ko,
het dr Ruedi s Zepter ibernoo,
het jedem gsait, was es z mache git,
het d Arbet erklärt Schritt fir Schritt,
het ständig alles kontrolliert,
s aint oder ander korrigiert,
mit stränger Myyne und kritischem Bligg,
het dr Kopf denn gschittlet, sich kratzt im Gnigg,
denn het är gsait: „So goot das nie!
Gib mir das mol, y zaig dir, wie!“,
het’s gno, e paar Mool umdrait in de Händ
und s denn sälber gmacht am Änd.
Wenn aber Kinder zem Kaschiere sin ko,
het dr Ruedi sich vyyl meh Zyt fir sy gno,
het vyyl meh Geduld ka als mit den Alte,
und het syny Mainig fir sich kenne bhalte,
het die Glaine globt, verweehnt und gschoont,
und am Änd no mit Schoggistängel belohnt,
au wenn är s Ergäbnis vo all däm Krampfe
am andere Daag het miesse verstampfe,
und in Nachtschicht schnäll no denne
e neyi Larve het gmacht, wo me bruuche het kenne.
Dangg ihm het e ganzi Generation
Larve kha in heechster Perfektion,
1A-Qualiteet, vom RuBo kaschiert,
die heeben e Lääbe lang, dasch garantiert.
Doch nit numme fir d VauKaBe
hesch dr Ruedi im Atelier schaffe gseh,
nai, au ganzi Schuelklasse sin so
zue-n-ere ächte Fasnachtslarve ko.
Die sinn amme Morge fir e paar Stunde
go kaschiere lehre im Käller unde,
in dr Pause het’s Faschtewääije gää
und d Larve hänn sy mit hai derfe näh,
aber erscht, nachdäm dr Larvemaa
sy jedem Kind ainzeln aabasst het ka.
Zem Abschiid hänn sy e Liedli gsunge,
und winke-winke d Händli gschwunge:
„Kemmet bald wiider“, het dr Ruedi sy bätte,
wäge de Lehrere, de nätte.
Danggscheen, Ruedi! S isch nit ibertriibe,
Du hesch e Stiggli Cliquegschicht gschriibe.
Merci fir dy Yysatz in all dääne Joor,
merci fir e Kopf vom Tambourmajor,
merci fir die scheene Larve, fir s Kaschiere,
fir s Moole und s Baschtle und s Aaprobiere,
merci fir d Peerygge, fir d Gipfi, fir d Hiet,
merci fir d Lagerryym im ganze Stadtgebiet,
merci au fir d Toorte am Hälferässe,
y glaub, die wärde mir nie vergässe,
merci fir d Usswahl vom Goschdymstoff,
danggscheen, Ruedi, fir alles, y hoff,
s duet mir mit myne Värsli glinge,
Dir dr Dangg zum Ussdrugg z bringe
vo dr ganze Clique, die Junge und d Binggis voraa,
dr Stamm und die Alt Garde schliesse sich aa,
in ihrem Namme sag y no aimool meh:
Danggscheen, Ruedi! D VauKaBe.
Zeedel 2, Worum e Sujet?
Jedes Johr gegen Ändi Summer
ploggt mängge Basler schwääre Kummer,
Mitti Septämber oder scho im Auguscht,
verliert är d Fraid und fyylt nur Fruscht,
denn s duet ihn ganz entsetzlig quäle,
ass me so frieh scho muess e Sujet wähle
fir die näggschti Fasnacht, denn die kunnt bald,
s goht nur no fimf sächs Möönet halt,
und zem Goschdym schnyydere, Larve mache,
Ladärne moole und anderi Sache
bruucht’s Zyt, wo zimlig schnäll vergoht,
und wenn me jetzt nit aafoot, isch’s gly z spoot.
Doch e Sujet z finde, das isch schwär,
e zindendi Idee miesst här,
e Vollträffer, e Gaischtesblitz,
doch s Hirni laider straikt e bitz,
und schliesslig losst me s Sueche sy,
denn s fallt aim iberhaupt nyt yy.
S isch alles scho do gsi, me het alles scho gseh,
ebbis wirklig Neys findsch niene meh,
und isch mol ebbis passiert, e gfundes Frässe,
hänn’s d Lyt bis an d Fasnacht lengschtens vergässe.
Do wird me hässig und isch schlächt druf
und s kemme erschti Zwyyfel uf,
eb all dä Uffwand sich au däät lohne,
abgseh vo de Subventione.
Worum e Sujet? Muess das sy?
Was isch dr Sinn und Zwägg drby?
Goht’s nit au ohni? Wär’s denn esoo
schlimm, ohni Sujet an d Fasnacht z go,
dr Cortège im Charivari z laufe
oder Waggisgoschdym in dr Rhybrugg z kaufe?
Worum so vyyl baschtle, wie nit ganz bache,
wenn me alles kennt vyyl aifacher mache?
Worum so vyyl krampfe im Larvekäller?
Us Plastik giesse gieng vyyl schnäller.
Worum macht me denn e so-n-e Wääse
zem e Zeedel dichte, wo kain duet lääse?
E neyi Latärne bruucht’s doch kaini,
mir hänn jo vo dr letschte Fasnacht no aini.
Worum also e Sujet? Worum in aller Wält
verschwände mir so vyyl Zyt und Gäld,
zem jedes Johr e neys Sujet z gschtalte?
Worum nämme mir denn nit nomool s alte
vom letschte Johr? Wurd das nit länge?
Worum dien sy denn immer stirme und zwänge,
s miess e Sujet aane, en aktuells,
e bsunders luschtigs und originells?
Worum ka me nit aifach Fasnacht mache,
drummle, pfyffen und zämme lache?
Worum ka me nit aifach d Fasnacht gniesse
ohni kreativ sy z miesse?
Doch, Hand uf s Härz, isch’s wirklig so?
Sinn im Grund gno mir nit alli froh,
ass mir jedes Johr e Sujet hänn,
wil mir am Cortège zaige wänn,
ass mir Idee hänn, Humor und Witz,
und uns luschtig mache dien e bitz
iber Mode, Trends und anderi Sache,
wo mir drnääbe finde und zem Lache?
Und kumm, gib zue, fallt’s dir nit schwär,
dir vorzstelle, wie d Fasnacht wär,
ganz ohni Sujets? Wo wär do dr Raiz?
Mir wurde laufe nur vo Baiz zue Baiz,
ohni Mainig, ohni Usssaag, e phantasielose Huffe,
nur drummlen und pfyffen und zwischedry aine suffe;
unseri Latärne wär
vorne wyss und hinde läär,
bim Zeedel hätsch s Gfyyl, är syg gehaim,
denn s hätt kaini Värs und kaini Raim,
und s Schpiil wurd in ere Verklaidig laufe,
wo den im Internet kasch kaufe,
als Cowboys oder Indianer,
gmacht vo de Chinese oder Koreaner.
Isch’s das, wo mir wänn? Nai, sicher nit,
s isch wichtig, as es Sujets git,
denn d’Sujets sinn, das glaub y stuur,
s Härz vo unsrer Fasnachtskultur,
wo mit Satire us kritischer Sicht
dr Wält e Spiegel hebt vor s Gsicht,
wo mit Erfindergaischt und Kinschtlertalänt
entlarvt, was nit guet isch, so ass am Änd,
d Lyt am Stroosserand nit nur dien lache,
sondern afeen, sich Gedanke z mache.
Dorum bruucht’s Sujets, y hoff, dasch jetzt klar,
und e glunges Sujet isch wunderbar,
nur blybt mir, bevor y jetz zämmepagg,
e Froog no mit bitterem Nääbegschmagg:
Worum isch’s schliesslig doch so gloffe,
ass die, vo dr Sujetentschaid hänn troffe,
obwohl sie diskutiert hänn vyyli Stunde,
fir die Jung Garde kai bessers Sujet hänn gfunde?
In unserer biriemte Drummel- und Pfyfferschuel leere d Buebe und Maitli mit Begaischterig und Fraid. D Uusbildig zem aagfrässene Fasnächtler isch e wichtige Dail vom Leerplan. Bi uns verkimmeret kai Talänt, nit numme bim drummlen und pfyffe!
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Zeedel_VKB_2016_Jungi_Garde_Ruedi_definitiv.pdf
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