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2016

Maade in Switzerland

Binggis

Zeedel

Im Theodor, im erschte Stogg,
zimmli mied und ohni Bogg
duen ych die stumpfe Bleystift spitze
und nooch am groosse Fänschter sitze.
Dr alti Lehrblaan syg nimm z traage,
s syg besser, wenn alli s glyych beklaage,
drum miess me d Schuel jetz iberdängge
und in homogeeni Bahne längge.
Well wägem Lehrblaan uff em Tisch
my Lehrer am verzwyyfle isch,
gryfft är zu Triggs anstatt zur Kryde
und luegt ys zue bim Uffsatzschrybe.
Die Uffgoob isch nit bsunders glatt,
drum mool ych Pfyffli uff my Blatt.
Denn ändlig lütet d Pauseglogge
und ych mach mi zum Coop uff d Sogge
My Mamme maints jo numme guet,
und hofft, dass es mi freue duet,
drum gits am Morge d Znünigugge,
denn duet si mir e Schmutz uffdrugge.
Druurig hänggt sich e Banaane
anne verfuulte Öpfel aane,
und d Honigschnitte, so isch s Lääbe,
duet myni Uffzgy zämmekläabe.
Das kennt e jeede und ka begryffe,
dass mir uff die Verpfläägig pfyffe,
und triffts wie maischtens nit my Gschmagg,
denn landets halt im Bebbisagg.
In dr Pause gohsch zum Denner,
dr Begg am Egg isch au e Renner,
und hoolsch Dir dört für zwai, drey Frangge
e Silserli mit Wurscht und Angge.

Vom Denner zrugg, denn si losst kai Rueh,
loost dr Hansli gspannt em Hedy zue,
wo voller Gruus duet referiere,
waas si jetz miessti schnabuliere.
Mit Maade syg ihr Broot bestriche,
drum isch ere d Farb vom Gsicht entwiche,
um kai Pryys, s wäri jo vermässe,
wurd si die Maadeschnitte frässe.
Das Gschrey, daas duet au mi aalogge,
drum mach ych mi sofort uff d Sogge,
doch ain isch scho am intrigiere
und duet die andere korrigiere:
«My Mamme macht au Maade dry,
daas nennt me Entomophagie,
daas isch e gsünders Feschtgelaage,
als Silserli mit Schwartemaage».
Baschi, haisst dä Mainigsbilder
und syni Gschicht wird immer wilder
und denn schockiert är die ganz Grubbe
mit sym Rezäpt für Maikäfersubbe.
Dr Baschi duet öbbe Saich verzelle,
drum hett ihm au kaine glaube welle,
doch unbeirrt will är bewyse,
dass är Insekte wurd verspyse.
Schnäll isch em Hedy s Broot entwunde,
gmusteret und als feyn befunde,
und denn, daas hett is sehr entruggt,
hett är dä Maadezolli gschluggt.
Für die toodesmuetig Helderolle
hän mir ihm miesse Byfall zolle,
und zwyyfelnd sinniert ain näbedraa,
eb dr Baschi daas ärnscht maine kaa?
Ych sälber loss mi nit belehre,
dass me Insekte kenn verzehre
und saag däm Hüchler unumwunde:
«Ych glaubs dir nit für ai Sekunde».
Ych sell google statt ussraschte
und hau druffaabe grad in d Taschte
und due zum Begriff Maikäfersubbe
im Suechfäld emol uff d Bilder drugge.
Tatsächlig het me soone Subbe gfrässe,
s Rezäpt aber zimmlig schnäll vergässe
und trotzdäm stoht in vyle Bricht,
die Briehe syg e wohrs Gedicht.
Dr Baschi het anschynend rächt,
doo stuune alli und daas nit schlächt,
ych zaig s Händy und alli gsehn,
s git Lüt mit Bainli zwüsche de Zehn.
«Mi Mamme isch dr Zyt voruss,
macht Schaabe gfüllt mit Maade-Mousse
und jede Herbscht e volle Träffer
gits saisonal Hirschkäferpfäffer.
My Lieblingsgratin uss Hornisse
verfyneret si ganz bsunders grisse
diräggt mit Würmer uss dr Äärde,
wo in dr Röhre knusprig wärde.
My Babbe het sich e bitzli druggt,
denn aber freudig aabegschluggt,
aaschliessend zueglängt mit dr Kelle
und meh Libellesoufflé welle.
Ihr gsehnd, ych ka mi nit beschwäre,
mir dien ys feyn und gsund ernähre,
bi dr Umstellig sett me aber sachte
folgendi Pünggt e bitz beachte:
Bi Boorkekäfer muesch bedängge,
dass die im Holz Beachtig schängge,
s erscht Mool het drum s Mittagässe
während em Rüschte s Brättli gfrässe».
Dr Baschi schilderet voller Yfer,
trotzdäm het är vyli Zwiifler,
und will d Pause langsam fertig isch,
isch d Diskussion fascht scho vom Tisch.
Die letschti Schuelstund vo däm Morge
ändet mit em Heft versorge,
die Maischte hänn s maischte scho vergässe
und seggle haim zum Mittagässe.

Ych freu mi uff e Familietisch,
will d Wält dört noh in Ornig isch,
due mit em Mammi in dr Schüssle riehre,
und d Huusfrauekuchi estimiere.
Denn ändlig lüpft my liebi Mamme
die grossi Pfanne vo dr Flamme
und zelebriert in voller Pracht
e Räschtepfanne vom letschte Znacht.
S isch e Gnuss, nit affektiert,
gekonnt und liebevoll garniert,
für jede Gaume e richtigs Fescht,
zauberet ussem Räscht vo gescht.
Drum herrscht e tolli Atmosphäre,
wo`s mir lycht macht zum erkläre,
was d Eltere jewyls zwüsche zwei Bisse,
vo mir als Kind alles wänn wisse.
Sehr vyl zum brichte han ych nit,
wills in dr Schuel kuum Spannnends git,
und dorum fang ych aa z verzelle,
wie dr Baschi mi hett schelle welle.
Ych verzell und wird lycht root
vo Binebroot statt Birebroot,
dass, statt e Honigschnitte schlemme,
de Bine in e Brot kasch glemme.
My Mamme duet härzhaft aafoh lache,
und sait, dr Baschi syg nit ganz bache,
dr ainzig Käfer, wo si wirgglig loggy,
syg in Folie gwigglet und uss Schoggi.

My Babbe blybt die ganz Zyt still,
nit will är doo nüt saage will,
är sammlet kurz syni Gedangge
und wyst ys denn in unseri Schrangge.
Ändlig macht är s Muul au uff
und zeigt uff die Crevette druff,
wo myni Mamme duet verdrugge
ohni mit de Wimpere z zugge.
Dr Babbe referiert, dä Gniesser,
vo Chitin und Gliderfiesser,
Arthropode, haisse die uff schlau,
und denn macht är ganz stolz dr Pfau:
«Crevette und Käfer, das isch bekannt,
sinn ganz nooch mitenand verwandt,
drum will ych euch au druff verwyse,
dass mir d Heugumbber vom Meer verspyse»,
Und sowieso, so maint my Babbe,
sygs en alte Huet, e schlabbe,
Insekte sinn wältwyt e Hit,
nur in Europa frisst me s nit.
Doch wies de Medie kasch entnäh,
wirds au in dr Schwyz bald Fliege gäh,
dr Klöpfer wird mit Hummele ersetzt
und daas vom Gsetz tatsächlich gschätzt.
Drey Arte soll s Gsetz bald ernenne,
losst e Bligg in Blick erkenne,
wo in dr Schwiz in d Pfanne sölle
oder als Mähl in d Wiehnachtsstölle.
E Mählwurm ghört ins lukullisch` Kader,
ergänzt durch e Heugumbbergschwaader,
e Hampfle Grille als Konfäggt
macht s Menu 2.0 perfäggt.
«Willsch du mir tatsächlich saage»,
frogt s Mammi mit eme flaue Maage,
«dass all die Vycher, wo sich im Drägg dien winde,
mir zer Ernährig au wirgglig guet dien finde?»
«Ohni Degustation kaani daas nit saage,
au nit ebs my Maage wurd vertraage,
ych dängg aber, schwätz mir hösch nit dry,
dass me in Zuekunft derfür sett offe sy.
Mir sinn, d Statistik sait, s isch wohr
nüün Milliarde Mensche in e paar Joohr.
Nadürlig isch mir nit wohl derby,
aber Fleisch für alli könnt bald gässe sy.
Sicher isch my Schluss nit nätt,
au wenn ych gärn en andere hätt,
drum fertig saue und Auti faahre,
ab jetzt mien mir Ressource spaare».
Offebaar muess mes mir agseh haa,
dass i däm Diskurs nümm folge kaa,
d Mamme luegt sorgevoll in my Richtig,
und konstatiert e bitzli z wichtig.
Dr Babbe haut grad uffe Tisch,
will lut ihm die Wält nüm z retten isch,
drum mien sich die Junge überleege,
dä Karre ussem Drägg z beweege:
«Mir hänn gläbt wie d Maade im Spägg,
und nämme euch drum dr Spägg ewägg
das heisst, Du muesch Di am Teufel mässe
und in dr Not halt Fliege frässe».

Während d Eltere intrigiere,
fallts mir schwer mi z orientiere;
wie söll ych au, als kleine Knopf
mit nüt ass Drummle in mym Kopf?
Nadürlig waiht e Wind, e styffe,
doch ych als Binggis kaas begryffe,
dass en noonig haa, dä Maage,
zum die Verantwortig könne z traage.
Ich glaub, es isch de Eltere klaar,
und das machts jo so wunderbaar,
dass, wär am Morge sy Kind muess wegge,
sy Kopf nit dörf in Sand go stegge.
Und grad will ych no nüt kaa längge
und nit an die Problem will dängge,
loos ych hüt nit uff mini Alte
und stütz mi Glück uff ai Konstante.

Egal wievyl Dääg dr Monet hett
oder ob d SVP e Sitz meh wett,
ob d Jury d Ranglischte duet türgge
oder Dy Chef Dir ain will yne würge,
ob myni Doublé hingge dien,
oder d Grieche witer spaare mien,
ob d Bine uff dr Wise stärbe,
me z`Möhlin s Drummle will verdärbe,
ob s Bier an dr Fasnacht meh duet koschte
oder me Flüchtling in e Bus duet moschte,
ob Giftgas uss dym VW strömt
oder Dy Nochber Dyni Frau verwöhnt:
Au bi Insekte dörfsch nit vergässe,
s wird alles haisser kocht als gässe.

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