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2014

Jugendkultur

Jungi Garde

Zeedel

Bevor y jetzt aafang my Zeedel vorztrage,
mecht y z’allererscht „Entschuldigung“ sage,
s duet mir laid, y waiss, s isch aigetlig z spoot,
aber y ha bis hit nit verstande, um was as es goot,
drum gib y’s zue, au wenn’s eych nit gfallt:
Fir das Sujet bin y aifach z alt. 
Me het mir gsait, y sell’s eso richte,
iber d Jugendkultur e baar Värsli z dichte,
iber Hipsters und Swägs, do froog y: Was?
Hipsters? Swägs? Was isch denn das?
S git kain im Vorstand, wo das waiss,
aber bi de Junge syg das Thema haiss, 
und y sell doch, statt lang z disputiere,
mi aifach im Internet go informiere.
Guet, hann y gsait, denn lueg y halt gschwind
im Google nooche, was y find.
Als Suechwort gib y „Jugend“ yy
und „Kultur“, und mergg denn glyy,
das Fäld isch wyt und kompliziert,
im heggschte Grad differenziert.
Denn d Mensche dien gärn Gruppe bilde, 
als Club, Verain oder als Gilde,
als Zumft, als Clique oder als Chor,
und kemme sich denn besser vor,
wenn sy sich dien unterschaide
in dr Art, wie sy schwätze und sich klaide.
Das isch scho syt dr Urzyt so,
wo unsri Ahne sinn vo de Baim aabe ko,
do hänn scho zimlig bald die Wilde
aagfange, Stämm und Rotte z bilde:
Hunne, Mongole und Vandale,
Wikinger, Goten und Kannibale,
Apatschen, Irokesen und Hurone,
Komantsche, Sioux und Schoschone,
sinn alli stolz und finde’s e Gwinn,
as sy so bsunders und anderscht sinn:
die ainte rasiere sich e Glatze,
die andere moole sich Strich in d Fratze, 
die dritte dien sich tätowiere
oder sich d Ohre perforiere,
dr Kopf mit Fädere bedegge,
oder e Knoche sich durch d Naase stegge;
und wär die Unterschiid nit respektiert,
wird mit em Tomahawk skalpiert.

Au hit no duet’s d Jugend ähnlig halte,
will uf kai Fall soo syy wie die Alte,
und jedi Generation, s liggt in unsrer Natur,
het ihri aigeni Jugend-Subkultur.
Y waiss no, wo-n-y in d Schuel bi gange,
do het’s mit dääne Hippies aagfange, 
die hänn mit Droge s Bewusstsyy erwyteret 
und sinn in de Priefige maischtens gschyteret.
S het Popper au gää mit schygge Klaider,
aber iberhaupt nyt in dr Biire, laider,
und Yuppies mit digge Portemonnaie
hesch in Designer-Aaziig gseh.
Au d Punks, die kenn y no vo friener,
schreegi Type und gschupfti Hiehner,
die stehn uf alti Bomberjagge
und stäche sich Guufe quer dur d Bagge,
färben ihry Hoor sich grien und blau
und gorpse bim Schwätze wie ne Sau,
dien ständig lutti Musik loose
und tragen am liebschte dooti Hose. 
Iber d Emos hann y glääse,
das syge ganz sensybli Wääse,
hoch empfindlig, in sich gkehrt
und irgendwie verhaltensgsteert.
E Darky het schwarzi Klamotten aa
und isch blaicher im Gsicht als dr Dracula,
no blaicher sinn d Häcker, denn die kenne nit lääbe,
ohni dr ganz Daag am PC z klääbe. 
Denn git’s no d Räpper, frächi Goofe,
wo in dr Hiphop-Szene schwoofe,
die dien bim Breakdance s Fuudi schwängge
und schnäller schwätze, als sy dängge.
E Schnorrer isch e fuule Gsell,
wo bättle duet fir d Notschloofstell
und aim verzellt, s isch zem Erbarme,
är syg e soo-ne, soo-nen Arme,
doch gisch ihm e Batze, däm falsche Flenner,
denn versufft är en grad mit andere Penner. 
En ächte Rastafari-Män
isch e grosse Reggae-Fän,
loost Peter Tosh und Marley Bob
und kauft syny Klaider im Second-Hand-Shop,
dä wäscht syny Hoor e so lang nit,
bis es drin fettigi Klumpe git,
die losst är denn bample in digge Zottle
und duet vom Kiffe total vertrottle. 
D Rocker gänn sich bsunders hart,
hänn e Honda und e Drey-Daage-Bart,
trage Läderjagge und Läderschueh
und langi Ketten us Yyse drzue;
die hänn am Girtel e so vyl Niete,
will sy sunscht nyt kenne biete.
Mit ere Discotussi, das waiss jo jede,
kasch nur iber Schminggi und Mode rede,
doch mit eme Kiffer goot nit emol das,
dä redet nur vo Shit und Gras.
Und versuechsch us Verseh mit eme Skinhead z schwätze,
denn kunsch laider voll an Lätze,
bevor den erklärt hesch, um was es dir goot,
seet dä Typ scho vellig rot,
fyylt sich provoziert, drait total duure
und haut dir syni Fuscht in d Schnuure,
ginggt dir in Buuch und trampt dir ins Gsicht,
und zaigsch ihn denn aa und bringsch ihn vor Gricht,
denn wird dä nit gstrooft, denn s git in dr Schwyz
fir settigi Fäll jo d Kuscheljustiz;
drum due doch bitte nit so stuur
und syg tolerant mit dr Jugendkultur.

So hann y im Internet gsörft drey volli Dääg
und waiss immer no nit: Was isch e Swäg?
Und was isch e Hipster? S duet mir laid,
y waiss iber das Sujet aifach nit Bschaid,
y ha’s jo scho gsait: Y bi z alt fir so Sache,
sell doch s näggscht Joor dr Zeedel en andere mache.
Doch, bitte, dient eych nit beschwäre,
wenn ihr’s nit besser kennet erkläre.

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