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2013

Jekami am Rhy

Alti Garde

Zeedel

Es kennt' so scheen sy z'Basel am Rhy, 
jo, dert mechte-n-allewyl alli gärn sy 
und sich verdue, ohni Ruggsicht z'näh 
uf anderi, wo sich kenne benäh.
Und waiht denn d' Luft nit lind und lau, 
nai gruusig, dr Himmel statt himmelblau 
verraucht, vernablet, verstungge und grau 
und s schmeggt no Urin, grad wie-n-e Sau.
Denn isch dr Rhywääg statt scheen e Gruus 
und gseht wie-n-e Partymaile uus, 
voll Aiwääg-Grill isch-er und lääre Fläsche, 
au Pizzaschachtle und Konsumdäsche, 
und zwischedrinn - das sag-i liser - 
findsch ab und zue zwei, drei parser-.
gmaint Brot, s'aint isch vom letschte Fritig.
Das frässe denne d Rhyfisch gittig.

Zem Miggisziiber wär's nur e Schritt, 
doch das wär de maischte vyl zwit, i bitt.
Me loht, was-me nimm bruucht, aifach falle, 
will so sich als freie Basler gfalle.
Me zahlt syni Stire, und, wo käm-me-n-aane, 
wurd das nit ufputzt nundefahne.
Dr Babbe Staat schiggt so jede Morge
vier Stroossewischer, wo alles entsorge
(«Ihr liebe Lyt, i hät e Bitt, 
ach nämmed dr Eric Wäber grad mit!») 
Doch mien die maischte vo däne Vandale 
in Basel gar kaini Stiire zahle;
si kemme vo uswärts oder bikemme 
Sozialhilf, wil-si d Arbet verklemme.

Das Remmidemmi am Rhy sig Kult, 
doziert dr Kessler an sym Pult, 
dr Morin, sy Chef, loht da Beamtegott, 
halt allewyl mache, was-er wott.
D Patäntleesig seht da Planigsmaa 
in Buvette mit Grill, wo d alles kasch ha, 
was fire gmietlige Oobe mit Frind, 
Familie mit Kinder, Döffli und Hind 
guet bruche kasch ohni Ufwand und Gschtangg;
denn das nutzi alte; Gott sei Dangg!
Mir finde drgääge, die schregglige Kischte, 
die kennt-me problemlos usemischte, 
denn die hälfe hit, s Problem ächt z behebe, 
s ganz Schaiawaia göht wyter ebe.
Im Gegedail: s isch nit besser, worde; 
an Bucher kunnt no-n-e gresseri Horde 
vo Lyt, wo am Rhybord sitze und fiire, 
an d Hiiser brinzle, es isch kuum z stiire, 
mit WC-Hiisli, neye, bewährte, 
ass nimme brunzt wird in ligang und Gärte.
(Ai Matte aber will-me schütze, 
s isch die, wo s Tattoo gärn wurdi benütze, 
drby will sich d Anita nur dumm profiliere, 
syt's uus isch in Bärn mit politisiere.)

Wird's dunkel am Rhy, foots erscht richtig a 
mit luter Muusik, Taritara, 
mit Lyt, wo gröhle zmitts in der Nacht, 
wenn anderi schloofe. Doch das macht
de Luscht-Tourischte kei lidrugg denne, 
wenn die brav schaffe, kenne si penne 
und sorgefrei am Kissi loose.
Drum ka-me jetzt no ain zwai bloose, 
sigs Bier, sigs Schnaps, e Döner ässe, 
im Duusel sich und d'Wält vergässe.
Dr Broträscht fliegt, wohi's grad isch, 
wil d suscht e-n-ächte Duubel bisch, 
wo's wirft in soone blaue Kiibel.
E gueti Tat sig's: in der Bibel 
stiech nämli, ass d'Spatze, die dünne und digge
mit Gschrai, in Gottesfurcht dankbar picke, 
was anderi falle lehn an Ässe.
Doch laider wird drby vergässe, 
ass d Ratte numme druf warte, und 
dasch alles anderi als suuber und gsund.
Dnääbe sehsch sich in dunggle-n-Egge 
e Raihe luschi Gschtalte verstegge, 
wo däne, wo spot Znacht umelaufe
diskret und still wänn Droge verkaufe.
Zer Tarnig moole sich die Dealer 
als schwarzi Gsichter, und in de Miiler, 
verschwinde d'Kügeli, wenn d Schmiir uftaucht, 
drwil e-n-andere Haschisch raucht.
Doch das ghert hit zem guete Doon, 
und wär's nit macht, ärntet Spott und Hohn.
Drfiir darfsch nimm im Wirtshuus rauche, 
und d Gartebaiz, wo d derftisch schmauche
muess uffestuele am friehe-n-Oobe;
dr Nochber wurd suscht dr Ufstand probe.

Hesch Gligg, denn kriegsch nur aini uf d Schnuure, 
hesch Päch, laufsch unde am Rhywääg duure,
denn schloht di e Grubbe jungi Schleger
grad zämme. Oder de kunsch unter d Reeder
vom Raser, wo sich nit geniert 
und fräch mit dem Handy telefoniert.
«O tempora, o mores» hyylt e Latiner.
Doch das verstoht hit kai Schlawiner, 
wil s Lati nimm «in» sig uf dr Wält, 
denn nur mit Anglisch verdien-me Gäld.
Drby sait das Setzli Hochdytsch-klar:
«S ist alles nicht mehr, wie es war», 
de bisch nur ebber, wenn de cool bisch, 
und s wird vergässe, ass ebbis fuul isch, 
wenn's Lääbe nur no us Party bestoht, 
d Moral drby verlore goht.

Fir-e Babbe Rhy isch's kai Augewaid
da Drägg und Grach isch-em langsam laid.
E läbige Rhywääg winscht-er alle, 
so ain, wo alle Lyt wurd gfalle, 
wo wider Ruggsicht und Aastand walte, 
und zwoor zwische Goofe, Junge und Alte, 
wo d Velo, ohni sich losse z belehre, 
wie's Bruuch isch, uf dr Stroos verkehre, 
wo Rächt und Ornig gälte solle
Hey, soone Rhywääg wär e tolle!
Denn kennte z Basel an mym Rhy,
denn ebe-n-alli dehaime sy!

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