2012
VKB Art 2012
Binggis
Zeedel
D Höhlemensche, die arme Gselle,
hätte gärn in Hyser woone welle
statt im e Felseloch, kalt und fiecht,
ooni Haizig, ooni Stroom und Liecht.
S isch nit gmietlig, eender wilder,
graui Wänd, ganz ooni Bilder.
Vo Kunscht kai Dunscht, me ka s verstoo,
denn, wo hätte die e Bild härgnoo,
wenn s kaini Kunschtgalerie git?
(au dr Beyeler git s no nit).
So hän si halt naturverbunde
die blutte Wänd als Kunscht empfunde.
Wo si gmietlig um iir Fiirli sitze,
maint ain vo däne Heelefritze:
„Jetz soll mi doch dr Daifel hoole,
i fang jetz sälber afo moole!“
So gratzt er mit em Stai in dr Hand
e Dierlibild in d Felsewand.
Mit so Heelebilder, nimmt men aa,
het d Moolerey sy Aafang gha.
Au wenn s Farbe, Spray und Pinsel git,
isch das wo uusekunnt nit besser hit.
D Mensche, dasch nit iberdriibe,
sin e Volgg vo Sammler bliibe,
wo sammle, was es z Sammle git,
e grosse Dail dervo isch Schitt.
Milchgugge, Biggse und verroschtet
Altmetall, sofärns nyt koschtet,
Rahmdeggeli, Wiehnachtsstärne,
Zindholzschächteli, Stallladärne.
Sache, wo me nimm het welle,
duet me znacht uff s Trottoir stelle,
schrybt gratis druff, denn isch dä Drägg,
am morge frie bestimmt ewägg.
Wuche speeter kasch im en Egge
vo Art Basel dä Mischt entdegge,
nur lycht veränderet, wirsch grad muff,
statt gratis stoot jetz Kunschtwärgg druff.
Denn kemme die sälber erklärte
nit ganz bachene Kunschtexpärte,
verglaidet in farbige Lumpe
als wandelndi Kunscht go z gumpe,
und gän iire Sämf – und das nit z knapp –
iber das neye Kunschtwärgg ab.
Me duet Art-gerächt probiere
das Wärgg esoo z interpretiere,
dass alli wo drumumme steen
iberziggt behaupte: „Das isch scheen,
dä Kinschtler isch e grosse Star,
sy Kunscht het Zukumft, dasch doch klar“.
Dass dä sy Kunscht ka guet vermärte
muess er si bryslig hoch bewärte.
Nur soo kunnt niemerts uff d Idee,
dä Mischt hesch scho im Abfall gsee.
Kuum leert ain richtig d Farbe kenne,
duet er sich scho Kinschtler nenne,
duet mit em Roller d Farb verschmiire,
was d Lyynwand stark ka strabaziere.
Isch si Daagesform nit bsunders guet,
lauft er barfuess iber s Bild vor Wuet.
Är mecht sich d Froog no sälber stelle,
was är aigetlig het moole welle.
Das duet iin aber nit lang blooge,
är ka jo an dr Art ain frooge,
denn die vyyle Kunschtbeflissene
und vom Mooler kunschtvoll bschissene
wärde sich doch nit geniere,
iir Kunschtverständnis z demonschtriere,
mit grossem Gschigg, au wenn sie dängge,
me sott s Bild nit verkeert uffhängge.
S getraut sich kain zem Kinschtler z goo
und zuegää, doo kumm ich nit noo.
Mir Binggis hän zem Lehrer gsait: „Wau!
Moole wie die, das kenne mir au!“
S het jede Farb und Pinsel gnoo,
s isch megagail guet uusekoo.
Uff d Art Basel dien vyyli Arte
vo Lyt und Gschäfter s ganz Joor warte.
Fir kurzi Zyt uff unsrer Ärde
derf Basel zen ere Wältstadt wärde.
Dass es fir alli Bsuecher stimmt
wird d Stadt fir d Art uff Hochglanz drimmt.
D Mäss het vor dr Art scho informiert,
s wird kai Käfer-frey Ässe serviert.
D Claramatte, wo sunscht de Kinder gheert,
isch während dr Art fir d Kinder gsperrt.
Si derfe dert nimm ummerenne
d Kinschtler mien dert iebe kenne.
Am Glaibasler Rhybord, am neye,
entfärnt me wider Sprayereye,
d Raucherbaize dien d Zyt nutze
zem alli Äschebächer z butze.
D Clarestrooss, wo d Lyt flaniere,
will sich uff kai Art blamiere,
duet Zahl vo Glaidergstell beschrängge
und neyi Lümpe uusehängge.
An dr Fasnacht uff em Minschterblatz
het s e bsundri Art vo Bilderschatz.
Ladärne näbe Ladärne gstellt,
wo jedi e farbigi Gschicht verzellt.
Wenn s dunkel wird, d Lärne brenne,
d Farbe scheen zer Gältig kemme,
isch d Stimmig aifach toll rundumme,
drum: An dr Fasnachts-Art willkumme!
In unserer biriemte Drummel- und Pfyfferschuel leere d Buebe und Maitli mit Begaischterig und Fraid. D Uusbildig zem aagfrässene Fasnächtler isch e wichtige Dail vom Leerplan. Bi uns verkimmeret kai Talänt, nit numme bim drummlen und pfyffe!
Keller mieten
Miete unseren neu umgebauten Cliquenkeller
VKB_Zeedel_Binggis_2012.pdf